Wieso wollen die Energieunternehmen eine Laufzeitverlängerung für ihre Atomkraftwerke? Die Antwort fällt verhältnismäßig leicht: die Unternehmen wollen mit wenig Aufwand viel Geld verdienen. Nachhaltigkeit spielt in dieser Kalkulation weniger eine Rolle, sonst würde Problemen wie der Endlagerung der Brennstäbe und der Umweltzerstörungen beim Uranabbau mehr Berücksichtigung zuteilwerden. Die Kosten dieser Begleiterscheinungen der Kernenergie tragen aber auch nicht die Unternehmen, sondern der Staat.
Unternehmerische Entscheidungen müssen fast ausschließlich unter dem Zwang der wirtschaftlichen Profitabilität getroffen werden. Solange die Gewinne die Kosten übersteigen, erscheint eine bestimmte Strategie oder Entscheidung wirtschaftlich sinnvoll. Ein Unternehmer, der nicht alle Kosten seiner wirtschaftlichen Handlungen tragen muss, wird also fast ausschließlich eine Entscheidung zu Lasten Dritter fällen. Deshalb müssen diese sogenannten externen Kosten auf die Verursacher übertragen werden.
Die Bundesregierung versucht im Fall der Kernenergie diesen Schritt gerade mit Hilfe der Brennelementesteuer zu vollziehen. Der Widerstand der Energiewirtschaft ist enorm. Mit dem sofortigen Ausstieg aus der Technologie wird gedroht, wenn die neue Steuer kommen sollte. Was wollen die Konzerne damit erreichen, sollen wir etwa jetzt Angst bekommen?
Der Atomausstieg würde unser Land sicherer machen und den Weg für die erneuerbaren Energien ebnen. Nichts Besseres könnte passieren! Leider werden die vier Energieriesen ihre Drohung nicht wahrmachen. Selbst mit einer Steuer auf Brennelemente sind moderne Atomkraftwerke eine profitable Investition und die alten Meiler wird eh niemand vermissen!
Montag, 16. August 2010
Aus, Aus, Aus...oder doch nicht?
Stichwörter
Anti- Atomkraft,
erneuerbare Energien,
Gesellschaft,
Politik
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